Zur Volksabstimmung vom 14. Juni 2026

Aufgaben anpacken – Erstfelds Zukunft bewusst gestalten

  • ✔️ Schulraum erweitern und erneuern
  • ✔️ Zeitgemässe Arbeitsräume für die Feuerwehr schaffen
  • ✔️ Neue Möglichkeiten schaffen für Vereinsaktivitäten
  • ✔️ Betreuungsangebote (Mittagstisch) verbessern und erweitern
  • ✔️ Schul- und Feuerwehr-Provisorien ersetzen
  • ✔️ Altlastensanierung (Schlackensanierung) gleichzeitig erledigen

Die Vorlage

Zwei Projekte – eine Idee: Lebensraum für morgen

Die Gemeinde Erstfeld will Anlagen und öffentliche Infrastruktur im Dorf erneuern und so den Lebensraum für heutige und zukünftige Generationen verbessern.

Eine Schlüsselrolle nimmt dabei das Areal Wytheid ein. Dort konnte die Gemeinde vor einigen Jahren die Schulliegenschaft erweitern, nachdem die Stimmbevölkerung einem Abtausch mit der römisch-katholischen Kirche zugestimmt hatte. Dies ermöglicht der Gemeinde nun eine verdichtete Bebauung mit vielen gemeinsamen Nutzungen durch verschiedene Gruppen (Feuerwehr, Vereine, Schule) und lässt gleichzeitig ein Maximum an Freiraum offen als Spiel- und Pausenplatz sowie für Aussenveranstaltungen.

In einem Architektur-Wettbewerb gewann das Projekt «lisa&bart» der Arbeitsgemeinschaft Back Simonsen und Lorenz Architekten. Das Projekt sieht zwei Neubauten vor (Schulhaus Linden und Mehrzweckgebäude Schlossberg), die der gesamten Erstfelder Bevölkerung dienen sollen:

  • Kindergarten und Schule
  • Feuerwehr
  • Dorf-Vereine
  • Schulergänzende Tagesstruktur (Mittagstisch)

Durch die zusätzlich entstehenden Räume können verschiedene Herausforderungen unserer Gemeinde angepackt werden: 

  • Das Schulareal wird insgesamt stark aufgewertet. Jahre- und jahrzehntelange Provisorien verschwinden. Bestehender Schulraum wird geschickt freigespielt, kann auf die veränderten Anforderungen des heutigen Schulunterrichts ausgerichtet werden.
  • Die Feuerwehr als wichtiger Dienstleister für die Sicherheit im Dorf erhält zeitgemässe Arbeitsräume, die sinnvolle Arbeitsabläufe zulassen. Auch dort können zeitlich nur befristet erlaubte Provisorien entfernt werden.
  • Schule und Gemeinde können ihre Angebote im Bereich der Kinderbetreuung auf dem Schulareal weiterentwickeln.

Die Vereine erhalten mit dem Mehrzwecksaal eine zeitgemässe und vielseitig nutzbare Infrastruktur für Anlässe und Vereinsbetrieb.

Die Realisierung beider Gebäude (Schulhaus Linden und Mehrzweckgebäude Schlossberg) schafft durch die räumliche Nähe viele Chancen der gemeinsamen Nutzung. Die neue Infrastruktur, die durch viele Gruppen genutzt wird, kann so kostengünstig und effizient geschaffen werden.

Projekt-Kosten und finanzielle Auswirkungen

Gesamtkosten beider Projekte: 21,5 Millionen Franken

  • 9,5 Millionen: Schulhaus Linden
  • 12 Millionen: Mehrzweckgebäude Schlossberg (Feuerwehr, Mehrzwecksaal, Tagesstrukturen)

Der Betrag ist in der mittelfristigen Finanzplanung der Gemeinde eingestellt - vorbehältlich der Zustimmung am 14. Juni 2026.

Die notwendigen Investitionen können mit dem bisherigem Steuerfuss von 103% nicht finanziert werden. Es ist deshalb vorgesehen, ab 2028 den Steuerfuss von 103% für rund 10 Jahre auf neu 120% zu erhöhen. Damit wird die Finanzierung der beiden Projekte sichergestellt. Gleichzeitig werden andere anstehende Investitionen nicht blockiert.

Die Bevölkerung der Gemeinde Erstfeld erhält einen klar erkennbaren Gegenwert, indem wichtige, anstehende Aufgaben angepackt werden. Verschiedene Nutzungen am gleichen Ort ermöglichen Synergien und sichern einen effizienten Einsatz der vorhandenen Steuergelder.

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass diese Strategie ganz Erstfeld konkreten Nutzen bringen wird auf verschiedensten Ebenen.

So profitiert Erstfeld von «lisa&bart»

Ganz Erstfeld profitiert

Schulareal Wytheid weitsichtig erneuern und aufwerten!
  • Schulhaus Linden mit Räumen für Kindergarten und TTG (technisches & textiles Gestalten)
  • Ersatz für baufällige Kindergarten-Räume im langjährigen Provisorium
  • Es wird möglich, alle Kindergärten an einem Ort zusammenzuziehen. Das erleichtert die Zusammenarbeit und ist ermöglicht gemeinsame Nutzung von Geräten und Anlagen
  • Bisherige Kindergarten-Räume können so angesichts steigender Schüler/-innen-Zahlen für die anderen Schulstufen umgenutzt werden.
  • Gut ausgebauter Schulraum für zeitgemässe Unterrichtsangebote stärken das Schulangebot von Erstfeld.
  • Stärkung des Schulcampus-Gedankens auf dem Wytheid-Areal - Zusammenarbeit wird dank kurzen Wegen erleichtert.
  • Entflechtung der Verkehrsströme auf dem Schulareal (eigene Ausfahrt der Feuerwehr direkt auf die Schlossbergstrasse) erhöht die Sicherheit für Schulkinder.
  • Mit dem neuen Feuerwehrlokal werden im Wytheid-Schulhaus Räume frei, die für den Schulbetrieb (u.a. Schulküchen) dringend benötigt und mit vertretbarem Aufwand im Rahmen eines Gesamtkonzeptes optimal umgenutzt werden können.
  • Angebote der schulergänzenden Tagesstruktur (Mittagstisch) können weiterentwickelt werden, was die Lebensqualität junger Familien in Erstfeld verbessert und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert
  • Der Innenhof der Schulanlage wird als Spiel- und Pausenplatz aufgewertet
  • Provisorien auf dem Schulhausareal verschwinden
Neues Feuerwehrlokal verbessert Sicherheit in Erstfeld!
  • Zeitgemässe Arbeitsbedingungen schaffen für die Feuerwehr Erstfeld
  • Entwicklungsperspektiven für die Feuerwehr sichern (Platz für neue Fahrzeuge) mit Blick auf das Urner Oberland
  • Zentrale Lage des Standortes sichert im Ernstfall kurze Einsatzzeiten
  • Standort des Feuerwehrlokals wurde durch Fachleute als sehr geeignet bezeichnet. Das Areal befindet sich bereits in der Zone für öffentliche Bauten und gehört der Gemeinde.
  • Direkte Zufahrt für die Feuerwehr auf die Schlossbergstrasse ermöglicht konsequente Trennung vom Schulweg auf dem Schulareal und erhöht damit die Sicherheit der Schulkinder
  • Standort im Zentrum trägt der gesellschaftlichen Funktion der Miliz-Feuerwehr Rechnung
  • Feuerwehr muss seit Jahren in einem Provisorium in engen räumlichen Verhältnissen (Fahrzeuge, Material, Garderoben) arbeiten. Aussenlager können mit dem Neubau ebenfalls aufgehoben werden.
Erstfelder Vereine verdienen gute Saal-Infrastruktur!
  • Es entsteht eine moderne Saal-Infrastruktur mit Küche und Nebenräumen für Vereine
  • Zeitgemässe Räumlichkeiten für Vereinsanlässe und für Anlässe von Privaten
  • Saal ist unterteilbar und kann so besser und multifunktional genutzt werden
  • Neubau erweitert Möglichkeiten für die Aktivitäten der Vereine (z.B. auch für Aussenanlässe)
Geschickt investieren – alle profitieren
  • Mehrzweckgebäude Schlossberg dient parallel verschiedenen Nutzergruppe (Synergien)
  • Verschiedene Nutzungen an einem Ort vereint realisieren ist kostengünstiger und sinnvoll, weil Infrastruktur (z.B. WC-Anlagen, Saal, Küche, Nebenräume, Heizungs- und Lüftungstechnik) nur einmal gebaut werden muss und gemeinsam genutzt werden kann
  • Mehr Nutzen auf gleicher Fläche: Verdichtete Nutzung (Mehrzwecksaal, Feuerwehrlokal und Räume für die Schule) nutzt die Liegenschaft deutlich besser als heute
  • Auch die dringende Sanierung des Pfarreizentrums würde sehr viel Geld kosten. Hinzu kommt, dass Erstfeld dann immer noch kein neues FW-Lokal hätte – und auch keine neuen Räume für den Mittagstisch der Schule.
Finanziell tragbares Gesamtprojekt
  • Ein attraktives Bildungsangebot in zeitgemässen Räumen ist ein wichtiges Argument im regionalen Standortwettbewerb
  • Schulhaus und Mehrzweckgebäude stärken den Lebensraum in Erstfeld insgesamt 

Fragen und Antworten

Finanziell tragbares Gesamtprojekt

Warum braucht es eine Steuererhöhung?

Eine (temporäre) Steuererhöhung bei der Gemeindesteuer ist unvermeidlich. Darüber wurde an entsprechenden Info-Veranstaltungen und auch an der Gemeindeversammlung bereits mehrfach hingewiesen. Die Einwohnerinnen und Einwohner erhalten eine konkrete Gegenleistung in Form neuer, zweckmässiger Gemeindebauten. Hinzu kommt, dass der Investitionsbedarf sowieso besteht. Auch bei einer allfälligen Ablehnung der Vorlagen ist mittelfristig mit einer Steuerfusserhöhung zu rechnen. 

 

Kann die Gemeinde finanzielle Unterstützung für die geplanten Vorhaben erhalten?

Dies ist möglich, jedoch geht es hier nicht um viel Geld – insbesondere unterstützt der kantonale Feuerlöschfonds Bauprojekte von Feuerwehren. Dabei sind die Konditionen und die damit verbundenen Auflagen zu beachten.

 

Warum hat es so lange gedauert bis zur Abstimmung?

Die Abstimmung findet am 14. Juni 2026 statt. Nach der Jurierung haben die Architekten des siegreichen Projektes «lisa&bart» ihr Projekt aufgrund der eingegangenen Rückmeldungen aus der Jurierung sowie aus einer Umfrage bei Vereinen überarbeitet. Gleichzeitig wurden in dieser Zeit die Kosten konkretisiert und berechnet. 

 

Es gibt zwei Abstimmungen am selben Sonntag. Gibt es einen Plan B?

Es gibt keinen Plan B. Die einzelnen Projekte sind so aufeinander abgestimmt und es gibt so viele Abhängigkeiten untereinander, dass jedes Projekt das andere benötigt. Die entsprechenden Voraussetzungen hat der Volksentscheid von 2023 zum Abtausch Kirchmatt–Pfarreizentrum / Pfrundhaus geschaffen. Von den Vorschlägen, wie man auf dem Areal des heutigen Pfarreizentrums die benötigten Räumlichkeiten schaffen kann, haben wir den besten ausgewählt. Diesem kann man nun zustimmen – oder man kann ihn ablehnen. Wir sind überzeugt, dass es viele Argumente für das vorliegende Projekt gibt. Es löst viele Aufgaben, die Erstfeld sowieso lösen muss. Selbstverständlich muss der Gemeinderat nach der Abstimmung die Situation nach der Abstimmung sorgfältig analysieren, sich mit den anderen involvierten Stellen (Schule, Feuerwehr, Vereine) absprechen und das weitere Vorgehen festlegen. 

 

Warum gibt es zwei Abstimmungen?

Es werden zwei Gebäude geplant: Das Schulhaus Linden und das Mehrzweckgebäude Schlossberg. Die gesetzlichen Vorgaben verlangen, dass die Baukredite getrennt vorgelegt werden, damit die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sich unabhängig eine Meinung zu beiden Projekten bilden können. Schulhaus und Mehrzweckgebäude wurden aber als Einheit entwickelt und sind eng miteinander verzahnt. Die beiden Bauten bringen nur als Gesamtheit den vollen Nutzen.

 

Ist es möglich, dass eine Vorlage abgelehnt, die andere aber angenommen wird?

Das Siegerprojekt «lisa&bart» wurde als ganzheitliches Projekt entwickelt. Deshalb ist es einleuchtend, dass der wirkliche Mehrwert (Sicherheit auf dem Schulareal, Mehrfachnutzungen der Räume) erst bei der Realisierung des Gesamtprojektes entsteht. Tritt der angesprochene Fall ein, müsste die Gemeinde den Entscheid sauber analysieren und den weiteren Weg festlegen.

 

Wie sieht der «Plan B» aus, und was kostet er?

Unsere Demokratie kennt klare Regeln. Im vorliegenden Fall hat die Stimmbevölkerung dem Gemeinderat mit einem Planungskredit den Auftrag erteilt, das Mehrzweckgebäude an der Schlossstrasse zu planen, am Standort des heutigen Pfarreizentrums. Deshalb wird aktuell kein anderer Plan verfolgt. Wenn die Stimmbevölkerung bei der Abstimmung über die beiden Baukredite in einer Mehrheit zur Einsicht kommt, dass sie dieses Projekt nicht will, müsste die Situation neu beurteilt werden. Wir wissen aber heute, dass eine Lösung mit anderen Standorten und anderen Projekten sicher nicht günstiger realisiert werden könnte. Der zusätzliche Schulraum und neue Räume für die Feuerwehr müssen sowieso erstellt werden. Mit einer neuen Planung brauchen wir viel Zeit, die mit zusätzlichen Provisorien überbrückt werden muss. Im Falle eines neuen Feuerwehr-Standortes müsste allenfalls sogar ein Umzonungsverfahren gestartet werden, was viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Ausserdem fallen die heute geplanten Synergien weg, was wiederum Kosten verursachen würde. Dazu würde auch die Sanierung des Pfarreizentrums grössere Investitionen erfordern. Unter dem Strich: Auch wenn die jetzt vorgeschlagene Lösung mit «lisa&bart» abgelehnt wird, muss der Steuerfuss wohl erhöht werden, weil der ausgewiesene Bedarf an neuer Infrastruktur für Erstfeld anderweitig abgedeckt werden müsste, was Zeitverlust und Mehrkosten bedeuten würde.

 

Weshalb werden beide Projekte nicht miteinander erstellt?

Eine Etappierung der Bauausführung ist sinnvoll, um die Verkehrswege der Fussgänger und dem Quartierverkehr gut und sicher organisieren zu können. Weiter werden für die Installationen grössere Flächen benötigt, damit sich die ausführenden Firmen entsprechend organisieren können. Zudem sind die finanziellen Mittel über mehrere Jahre aufgeteilt. Damit werden die Auswirkungen punkto Steuererhöhung gedämpft. Die Steuerlast wird so auf mehr Jahre verteilt. 

Neubau versus Abriss Pfarreizentrum und Pfrundhaus

Wieso werden das Pfarreizentrum und das Pfrundhaus abgerissen?

Wieso reisst man ein Gebäude ab, das noch gut funktioniert? Für das Geld, welches man für den Abriss verwendet, hätte man viel renovieren können. 

Das bestehende Gebäude ist sanierungsbedürftig und muss energetisch umfassend erneuert werden. Die geschätzten Kosten liegen bei zwei bis drei Millionen Franken. Auch bei einer Sanierung bleiben die heutigen Räume und bringen nicht den gleichen Mehrwert wie ein Neubau, der auf die heutigen Bedürfnisse Vereinen und privaten Nutzenden ausgerichtet ist. Die weiteren Räume sind heute weder für schulische noch andere öffentliche Zwecke nutzbar. Die Bereitstellung von Wohnraum (Pfrundhaus) gehört nicht zu den Aufgaben der Gemeinde. Mit einem neuen Mehrzweckgebäude können am gleichen Standort Feuerwehr und Räume für die schulergänzende Tagesstruktur (Mittagstisch) und Vereine untergebracht werden. Die verschiedenen Nutzungen teilen sich wichtige Infrastrukturen, was sowohl effizient wie auch günstig ist. 

 

Wird es eine Photovoltaik-Anlage geben auf den Neubauten?

Ja, die entsprechenden Abklärungen mit den Gemeindewerken Erstfeld (GWE) haben stattgefunden. Die Anlagen auf beiden Gebäuden sollen im Contracting-Verfahren erstellt werden: Die GWE «mieten» quasi die Dachfläche und realisieren darauf die PV-Anlage.

 

Ist eine Holzbauweise bei diesem Gebäude sinnvoll?

Die heutigen Anforderungen an Nachhaltigkeit können mit einer Holzbauweise am besten abgedeckt werden. Die Holzbauweise ist nachhaltig, weil das verwendete Baumaterial in Schweizer Wäldern immer wieder nachwächst. Bezüglich Sicherheit bestehen keine Probleme. Es gibt bereits sehr viele Feuerwehr-Stützpunkte in Holzbauweise. Ein Beispiel dafür ist die Feuerwehr Kriens.

 

Wäre es nicht einfacher, für Feuerwehr, Mehrzwecksaal und Tagesstruktur separate Lösungen zu suchen? 

Mit einem Mehrzweckgebäude, das die Nutzungen Feuerwehr, schulergänzende Tagesstrukturen und Vereine unter einem Dach vereint, kann die Gemeinde erhebliche Synergien nutzen. Die gemeinsame Nutzung von Grundinfrastrukturen - etwa Lift, Treppenhäuser und sanitäre Anlagen - führt zu deutlich tieferen Investitions- und Unterhaltskosten im Vergleich zu drei separaten Gebäuden. Zudem können die Feuerwehr und die Schule den Mehrzwecksaal inhouse mitbenutzen. 

Feuerwehr-Standort

Steht die Feuerwehr hinter dem Projekt?

Ja, die Feuerwehrkommission steht vollumfänglich hinter dem Projekt und war von Beginn an aktiv einbezogen. Auch der Standort an der Schlossbergstrasse ist in den Augen der Feuerwehr sehr geeignet.

 

Wieso wird die Feuerwehr nicht aus dem Zentrum ausgelagert?

Die FW will und braucht diesen Standort, um die schwierige aktuelle Situation mit zu wenig Platz, Provisorien und den Konflikten im Zusammenhang mit der Erschliessung über das Schulhausareal zu verbessern. Bezüglich Einsatzzeiten auf dem gesamten Gemeindebereich ist dies der optimale Standort. Die Sicherheit (Hochwasser) ist gewährleistet und wird im Bereich der Erschliessung durch den direkten Zugang zur Schlossberg-Strasse massiv verbessert, weil Schulbetrieb und Feuerwehrausfahrt getrennt werden können. 

Es wurden zahlreiche alternative Standorte geprüft (Birtschen / Gygen / Krump). Ausserhalb des Dorfes und ausserhalb der Bauzone braucht es aber einen langen und aufwändigen Prozess. Solange Alternativen in der Bauzone vorhanden sind, ist eine Einzonung in der Landwirtschaftszone kaum realisierbar. Das haben umfassende Abklärungen zu möglichen Feuerwehr-Standorten im Jahr 2020 gezeigt – und jetzt bei einer erneuten Überprüfung bestätigt (siehe Rückmeldungen der Korporation und des ARE und die entsprechende Medienmitteilung vom 16. Mai 2025).

 

Das Areal Birtschen wurde als Alternative ins Spiel gebracht.

Der Birtschen ist keine Alternative. Schon bei der Standortwahl vor 5 Jahren hat die Korporation als Landbesitzerin klar gesagt, dass dieses Land in der Landwirtschaftszone nicht zur Verfügung steht, solange es Alternativen innerhalb der Bauzone gibt. Diese Haltung hat der Gemeinderat jetzt noch einmal überprüft. An der Haltung der Korporation hat sich ebensowenig geändert wie an der Haltung des kantonalen Amtes für Raumplanung (ARE), welches eine Umzonung bewilligen müsste.

 

Die Feuerwehr braucht bei Einsätzen Parkplätze möglichst nahe beim Lokal.

An der heutigen Anzahl Parkplätze direkt beim Feuerwehrgebäude wird nichts verändert. Bereits heute müssen bei Ernsteinsätzen flexible Lösungen angewendet werden, was sich bisher sehr bewährt hat. Es ist nicht zielführend, für max. 20 Einsätze pro Jahr (wobei es sich in der Regel um Kleinereignisse mit wenigen FW-Angehörigen und einem entsprechend geringen Parkplatz-Bedarf handelt) extra Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Diese Fläche kann sinnvoller genutzt werden, solange es alternative Lösungen gibt, wie sie sich auch heute bewährt haben.

 

Ist eine spätere Erweiterung des FW-Lokals möglich?

Ja, allfällige Neuanschaffungen können mit dem vorhandenen Platzangebot abgedeckt werden. Jedoch wird das FW-Lokal nicht ausgelegt sein, um weiteren Feuerwehren Platz zu bieten. Eine Erweiterung ist nicht geplant.

Militär

Ist das Militär noch willkommen bzw. hat es noch Platz im neuen Gebäude?

Ja. Der Gemeinderat befindet sich im steten Austausch mit dem Militär. Entsprechend wird auch nicht auf Einnahmen verzichtet. Es gibt eine Vereinbarung mit dem Militär. Darin sind die Infrastrukturen geregelt, die von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden, inkl. Entschädigungen.

Schlackensanierung

Was hat die Schlackensanierung mit «lisa&bart» zu tun?

Das Schulareal ist im Kataster der belasteten Standorte (KbS) als belasteter Standort vermerkt. Das heisst, ein grosser Teil des Bodens auf dem Schulareal wurde in der frühen Eisenbahnzeit mit Schlacke aus Dampflokomotiven u.a. zur Begradigung und Stabilisierung versehen. Wenn nun an diesen Böden etwas gemacht wird (z.B. der Neubau des Mehrzweckgebäudes Schlossberg), muss die Schlacke entsorgt werden. 

 

Was kostet die Schlackensanierung?  Wieso ist diese nötig?

Es handelt sich um eine gesetzliche Vorgabe, dass im Fall von Bautätigkeiten auf einem belasteten Areal dieses gleichzeitig saniert werden muss.

 

Muss die Altlastensanierung gleichzeitig erfolgen – sie treibt ja nur die Kosten in die Höhe?

Die Schlacke im Boden stammt aus der Dampfbahnzeit am Gotthard. Dass der Boden dort Schwermetalle enthält, haben wir gewusst. Als Grundeigentümerin ist die Gemeinde verpflichtet, bei baulichen Tätigkeiten auf dem Areal die Schlacke fachgerecht zu entsorgen. Nun bietet sich uns die Chance, bei den Neubauten des Schulhauses Linden und des Mehrzweckgebäudes Schlossberg auch diese Aufgabe zu erledigen und so das gesamte Areal aufzuwerten. Diese Aufgabe kommt so oder so einmal auf Erstfeld zu. Wir können das jetzt für kommende Generationen für Mensch und Umwelt erledigen.

Sicherheit auf Schulareal und Schlossbergstrasse

Die Sicherheit bezüglich Erschliessung FW-Lokal via Schlossbergstrasse ist zu bedenken. Was passiert bei einem Ereignis, wenn die einrückenden FW-Dienstleistenden mit Auto, Velo etc. anrücken und mit den FW-Fahrzeugen ausrücken, ist die Verkehrssicherheit gewährleistet?

Ja, die Verkehrssicherheit ist gewährleistet. Alle FW-Dienstleistenden sind ortskundig und genau instruiert für den Einsatzfall. Im Unterschied zu heute nimmt die Sicherheit deutlich zu. Insbesondere die Sicherheit der Schulkinder wird durch die separate Ein-/Ausfahrt der Feuerwehr direkt auf die Schlossbergstrasse deutlich verbessert. Mit der Verbreiterung der Unterführung beim Bahnhof wurde ein kritischer Punkt auf der Schulweg-Strecke entschärft. Ansonsten gab es in den letzten 10 Jahren keine nennenswerten Probleme, wenn die Feuerwehr die Strassen befahren hat.

 

Wird Tempo 30 eingehalten?

Zur Frage, ob die Blaulichtorganisationen im Einzelfall von den Verkehrsregeln abweichen dürfen, können wir auf den nachstehenden Artikel aus dem Strassenverkehrsgesetz (SVG, SR 741.01) verweisen: 
«Art. 100 SVG: Organisationen wie die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste dürfen unter bestimmten Bedingungen von den Verkehrsregeln abweichen, insbesondere bei dringenden Einsätzen. Diese sind jedoch so auszuüben, dass sie die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer nicht gefährden.»

Insofern dürfen die Blaulichtorganisationen je nach Fall und bei dringenden Einsätzen schneller fahren. Dies gilt aber nicht als Freipass. Die Gesetzeslage ist klar: Es wurden bereits diverse Fahrzeuglenkende von Blaulichtorganisation für zu schnelles Fahren gebüsst, da sie nicht das «Erstfahrzeug» lenkten. 
Personen, die zum Feuerwehrlokal gelangen, um den Einsatz zu beginnen, gelten noch nicht als «Blaulichtorganisation» und müssen sich an die angezeigte Signalisation halten.

Schule

Wieso braucht die Schule mehr Räume? 

Die Obergrenzen für Klassengrössen von Seiten Kanton und die Raumbedürfnisse für neue Unterrichtsformen erklären den Bedarf. Auch dem geplanten leichten Wachstum der Gemeinde wird mit dem Neubau des Schulhauses Linden Rechnung getragen. Dazu schaffen die zusätzlich entstehenden Räume jenen Handlungsspielraum, der nötig ist, um das Schulareal insgesamt besser und effizienter zu nutzen.  

 

Braucht es noch weitere Provisorien?

Stand heute sind keine weiteren Provisorien geplant. Gemäss der aktuellen Planung sollen die erstellten Provisorien ausreichend sein und auch Platz für allfällige Raumwechsel während der Bauzeit für die noch notwendigen Sanierungen (Wytheid, Jagdmatt) bieten.

 

Gibt es keine andere Lösung für den Fuss- resp. Schulweg?

Es wurden verschiedene Varianten geprüft. Die jetzt vorgeschlagene Lösung bringt eine klare Entflechtung der Wege. Das heisst, der Zugang zum Schulareal und der Arbeits- und Verkehrsbereich der Feuerwehr sind auf dem Areal voneinander getrennt. Das ist eine klare Verbesserung im Vergleich zur aktuellen Situation. Die Forderung nach sichereren Verkehrswegen wurde also Rechnung getragen.

Finanzierung und Ablauf

Gibt es keine Lösung, die weniger Geld kosten würde?

Das Projekt erfüllt die wesentlichen Wünsche, die definiert worden sind. Das Wettbewerbsprojekt wurde aufgrund der Rückmeldungen der Jury und der verschiedenen Nutzer noch einmal optimiert. Dabei wurde gemeinsam nach Verbesserungen gesucht – etwa bei der Technik, bei der Konstruktion oder bei der Umsetzung. So konnte der Nutzen gesteigert werden, ohne dass dadurch Mehrkosten entstanden sind. Durch diese Optimierung mit Verstand entsteht ein Gesamtprojekt, das für Erstfeld einen klaren Mehrwert schafft. Und zwar für Menschen aller Generationen.

 

Wie genau sind die Kosten für das Gesamtprojekt berechnet?

Sie liegen bei +/- 15 Prozent – das ist in diesem Stadium der Planung für ein solches Projekt üblich. Durch die gemeinsame Optimierung des Projektes im letzten Jahr ist es gelungen, die Kosten unter Kontrolle zu halten.

 

Wäre es nicht sinnvoller, das ganze Projekt auf einmal zu realisieren, statt über mehrere Jahre gestaffelt?

Rein finanziell gesehen mag das stimmen. In der Praxis ist das aber keine Option. Zum einen muss der Schulbetrieb in dieser Zeit weitergehen, und auch die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr muss jederzeit gesichert sein. Deshalb macht eine Etappierung Sinn. Dazu kann bei einer Etappierung die finanzielle Belastung – für die Gemeinde und für die Steuerzahlenden – besser dosiert werden. Bei einer Abwägung von Vor- und Nachteilen kommt die Etappierung deutlich besser weg, auch wenn es länger geht. Deshalb hat sich der Gemeinderat in enger Absprache mit den Baufachleuten für diesen Weg entschieden.

 

Werden mit den hohen Investitionen nicht andere, dringende Projekte verunmöglicht?

Im Gegenteil: Mit der Realisierung des Schulhauses Linden und des Mehrzweckgebäudes Schlossberg werden erst die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, dass Provisorien mittelfristig verschwinden und das Schulareal damit insgesamt aufgewertet wird. «lisa&bart» ist eingebettet in einen langfristigen Plan (Nutzungsstrategie Gemeindeinfrastrukturen) für die Aufwertung des Lebensraumes in Erstfeld. Die geplante Steuererhöhung sorgt dafür, dass auch in anderen Bereichen das Nötige investiert werden kann.